Eigene Erkennungsregeln: Bringen Sie dem Anonymisierer Ihr Vokabular bei

Erkennungsregeln markieren bestimmte Begriffe und RegEx-Muster immer oder nie, und definieren eigene Kategorien mit eigenen Platzhaltern wie [MANDANT_1]. So richten Sie sie in Stript ein, mit Beispielen für Kanzleien und Unternehmen.

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Die automatische Erkennung findet Namen, Adressen, IBANs und die anderen Standard-Identifikatoren. Aber jede Organisation hat eigenes Vokabular: interne Aktenzeichen-Formate, Produktnamen, die wie Personennamen aussehen, oder die eigene Kanzlei, die immer wieder markiert wird. Erkennungsregeln schließen diese Lücke: Sie sagen Stript einmal, was immer markiert werden soll, was nie, und welche eigenen Kategorien Sie verwenden. Regeln gelten für jeden künftigen Erkennungslauf, in allen Projekten.

Die zwei Regeltypen

  • Immer markieren: Jedes Vorkommen des Begriffs oder Musters wird mit hoher Konfidenz als der von Ihnen gewählte PII-Typ markiert. Sinnvoll für Identifikatoren, die keine automatische Erkennung kennen kann: interne Mandantenkürzel, Projekt-Codenamen, eine Person, die nur unter ihrem Spitznamen vorkommt.
  • Nie markieren: Treffer werden automatisch verworfen. Sie bleiben in der Prüfliste sichtbar, gedimmt und mit einem Regel-Hinweis versehen, und jeder einzelne lässt sich wiederherstellen. Eine Regel kann Ihnen also nie unbemerkt etwas verbergen. Sinnvoll für den eigenen Kanzleinamen, Standard-Briefkopfzeilen oder einen Begriff, der wiederholt Fehlalarme erzeugt. Eine Nie-markieren-Regel lässt sich auf einen erkannten Typ eingrenzen („nur wenn erkannt als Organisation”) oder gilt für jeden Typ.

Beide Regeltypen unterstützen Groß-/Kleinschreibung und Nur-ganzes-Wort-Abgleich, und beide lassen sich als CSV exportieren und importieren. Eine Kanzlei kann so einen Regelsatz pflegen und auf alle Arbeitsplätze verteilen.

RegEx-Regeln: Formate statt Wörter treffen

Wenn Sie ein Format erfassen wollen statt eines festen Begriffs, stellen Sie den Abgleich der Regel auf Muster (RegEx) um. Typische Beispiele:

ZielMuster (Beispiel)
Interne Aktenzeichen wie AZ-2041AZ-\d{4}
Mandantenkürzel wie M-10234-KM-\d{5}-K
Policennummern wie PV/2026/00123PV/\d{4}/\d{5}

Muster laufen unter strengen Sicherheitsgrenzen (ein Muster, das auf leeren Text passen könnte, wird schon beim Anlegen abgelehnt) und greifen wie alle Regeln ab dem nächsten Erkennungslauf.

Eigene Kategorien: Ihre eigenen Platzhalter

Eine Immer-markieren-Regel muss nicht auf einen eingebauten Typ zeigen. Geben Sie ihr einen eigenen Typnamen wie MANDANT oder PROJEKT, und die Treffer werden eine vollwertige Kategorie: mit eigenen Platzhaltern ([MANDANT_1], [MANDANT_2]), einer eigenen Gruppe in der Prüfansicht und einem eigenen Schalter für die Anonymisierung. Typnamen bestehen aus Buchstaben und Unterstrichen (2 bis 24 Zeichen, Umlaute werden umgewandelt, Ä wird AE), und in der Prüfung können Sie jede Markierung auch von Hand einer eigenen Kategorie zuordnen.

Für den Rundweg zahlt sich das aus: Ein Dokument, in dem die Beteiligten als [MANDANT_1] und [GEGENSEITE_1] erscheinen, lässt sich im LLM-Prompt deutlich besser verwenden als eines voller generischer [OTHER_3], und die Wiederherstellung ordnet alles exakt zurück.

Ein durchgerechnetes Beispiel: der Regelsatz einer Kanzlei

  1. Nie markieren: der eigene Kanzleiname (Eingrenzung: Organisation), damit er nicht in jeder Prüfung auftaucht.
  2. Immer markieren: der wiederkehrende Rufname eines langjährigen Mandanten als Person.
  3. RegEx, immer markieren: das interne Aktenzeichen-Format AZ-\d{4} mit der eigenen Kategorie AKTE, ergibt Platzhalter wie [AKTE_1].
  4. Den Satz als CSV exportieren und auf jedem Arbeitsplatz importieren.

Ab dem nächsten Lauf kommt jedes Mandatsdokument voreingestellt heraus: kein Rauschen durch den eigenen Briefkopf, und die internen Identifikatoren werden erfasst, obwohl kein allgemeiner Detektor sie kennen könnte.

Wo Regeln leben und was sie kosten

Regeln verwalten Sie in den Einstellungen unter Erkennungsregeln; sie werden wie alles andere verschlüsselt auf Ihrem Gerät gespeichert und sind Teil der Erkennungsprofile, sodass ein Profil je Mandatstyp genau die passenden Regeln aktiviert. Erkennungsregeln, RegEx-Muster und eigene Kategorien sind Stript-Pro-Funktionen; die kostenlose Version enthält die vollständige automatische Erkennung.

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